Porträt

.... das Wichtigste in Kürze!


Geboren 1962 in Zweibrücken, zwei Töchter, besuchte das Herzog-Wolfgang-Gymnasium in Zweibrücken, 1982 Abiturprüfung, danach Ausbildung in zwei Werbeagenturen zum Druckvorlagenhersteller (Fachrichtung: Reprovorbereitung). Kenntnisse in Fotosatz-Technik, Typographie, Papier- und (Offset-) Filmmontage, grafisches Zeichnen, Reinzeichnung, Reprokamera, Retusche; Anzeigenberatung, PR-Beratung und –betreuung auf dem werbekaufmännischen Sektor, seit 25 Jahren Pressefotografie, davon 20 Jahre für die Tageszeitung "Die Rheinpfalz", seit 1990 als hauptberuflich für die Rheinpfalz tätig, war dort einer der ersten, der im Jahr 1995 den Umstieg auf digitale Bildbearbeitung vollzogen hatte, seit 2004 Dozent an der FH Zweibrücken (Schwerpunkt: Digitale Bildbearbeitung, Gestaltung).


Lieblingsthemen: Kultur, Sport, Porträt, Dokumentation,


Spezialgebiet: digitale Bildbearbeitung, Fotomontage, Verfremdungen, Foto-Grafiken,



Hobbys: mein Beruf, Videofilmen und –bearbeitung, Kickboxen

 

Geschichte

... von Schwarzen Kästen über Dippels-Öl bis hin zu Digital Imaging!


Am Anfang stand das Gemälde. Hatte es jemand im Mittelalter zu Reichtum und Ansehen gebracht, ließ dieser sich üblicherweise von einem Maler porträtieren, so dass die Dame oder der Herr des Hauses der staunenden Nachwelt unvergänglich erhalten blieb.

Es gab jedoch auch Leute, denen ein Porträtgemälde zu teuer war. Einem lieben Mitmenschen hätte man aber trotzdem gerne ein Bildchen von sich geschenkt. Für diese Leute zog seit ca. 1750 der Scherenschneider durch die Lande. Einem dieser Scherenschneider wurde die große Ehre zuteil, den damaligen französischen Finanzminister Etienne de Silhouette im Profil abzubilden. Von da an wurden diese hübschen Bildchen „Silhouetten“ genannt. Ungefähr um 1800 unternahm der Brite Tom Wedgwood die ersten Anstrengungen, haltbare Bilder auf Platten und Teller zu bannen. Leider misslangen diese Versuche.

Nicéphore Niepce in Frankreich war es dann, dem es 1822 erstmals gelang, ein haltbares Bild auf einer Zinkplatte festzuhalten, die er in einer Kamera belichtet hatte. Die lichtempfindliche Schicht darauf war sogenannter „Judäa Asphalt“, der in „Dippels Öl“ gelöst und auf die Platte aufgetragen wurde. Nach einer ungefähr achtstündigen Belichtungszeit wurde der unbelichtete Asphalt in einem Säurebad aufgelöst und entfernt.

Ein anderer großer Franzose, Jean Louis Mandé Daguerre, war es, der an Nicéphore Niepce die Rechte an dessen Erfindung erkaufte und gleichzeitig durch zahllose Versuche eine höher empfindliche Schicht fand. Jod, das auf eine Silberplatte aufgedampft und nach der Belichtung in Quecksilberdämpfen entwickelt wurde, ergab nach der Fixierung in einer Kochsalzlösung und anschließender sorgfältiger Wässerung die berühmten Daguerrotypien.

Die Belichtungszeit für solche Bilder wurde durch diese Erfindung auf wenige Minuten (!) verkürzt. Da diese Bildchen gegen Kratzer sehr empfindlich waren, wurden sie unter Glas gelegt und in hübsche Kassettchen eingeklebt. Die Apparaturen, mit denen solche Bilder damals angefertigt wurden, hatten die Form von „schwarzen Kästen“. Heute wird unter gleichen Voraussetzungen eine solche Fotografie durchschnittlich mit einer hundertfünfundzwanzigstel Sekunde belichtet.

Auch wer heute fotografiert, braucht dazu einen schwarzen (?) Kasten, an dem vorne ein Objektiv und dahinter ein Verschluss angebracht ist. An der dem Objektiv gegenüberliegenden Wand befindet sich die lichtempfindliche Schicht in Form eines Films oder eines lichtempfindlichen Sensors. Drückt man nun auf den dazu bestimmten Knopf, so öffnet sich der Verschluss für einen kurzen Moment, und Licht fällt durch das Objektiv auf die lichtempfindliche Stelle. Doch Fotografie ist mehr: sie lebt von neuartigen, originellen Sichtweisen der Realität und von der Fähigkeit des Fotografen, solche Wahrnehmungen mit hinreißender technischer Fertigkeit in Bilder zu übersetzen. Dies erfordert die Offenheit für vielschichtige Assoziationen und Einsicht in die Erfahrung, dass Kreativität ein Prozess ständiger Bewegung und Veränderung ist. Hinter jeder erfolgreichen Fotografie steht zunächst ein Bedürfnis, eine bestimmte Stimmung oder ein Gefühl auszudrücken, und eine vage Vorstellung von der Art ihrer Mitteilung. Aber Vorstellungen sind formbar und durchlaufen oft viele Entwicklungsstadien, ehe sie ihren endgültigen Ausdruck finden. Auf Bilder, die dem Auge Rätsel aufgeben und das Interesse an ihrer Entstehung wecken, schaut man besonders lang und gerne. Ein Bild soll die Aufmerksamkeit seines Betrachters auf sich ziehen, faszinieren, herausfordern, ärgern, zum Lachen bewegen oder zur Nachdenklichkeit anregen. Die Technik ist dabei jedes Mal Hilfsmittel der Kreativität. Jedoch führt technische Fertigkeit allein nur in Ausnahmefällen zu guten Bildern. Nur die Kombination von technischer Versiertheit und schöpferischer Inspiration lassen Bilder entstehen, die sich von der Masse des Alltäglichen abheben, denn wir sind immer von interessanten Motiven umgeben. Es kommt lediglich nur darauf an, diese zu erkennen und die Technik soweit zu beherrschen, dass man sich auf die Aufnahme konzentrieren kann, ohne sich von der Kamera ablenken zu lassen. Neuer Wegbegleiter der modernen Fotografie ist die digitale Bildbearbeitung am Computer. Das sogenannte „Digital Imaging“ bietet heutzutage zahlreiche Möglichkeiten, Fotos nachträglich zu bearbeiten und das in einer Fülle, wie man es vor ein paar Jahren nicht einmal zu träumen gewagt hatte. Möglich sind heute Korrekturen von technischen Fehlern bei der Aufnahme wie das Entzerren von stürzenden Linien und in gewissen Grenzen die Milderung von extremen Kontrasten oder die Korrektur von Unschärfen. Weiterhin lassen sich Bilder recht einfach mittels Fotomontage kombinieren oder verfremden. Beispiele sind Pseudosolarisationen, Tontrennungen oder Korneffekte. Das Ergebnis muss zur Bildaussage passen und sollte nicht Selbstzweck sein. Aus einem schlechten Foto wird auch durch Verfremden kein gutes.

Wie weit sich die Technik auch noch entwickeln mag: Hinter jeder Aufnahme steht zuerst einmal ein Auge, ein Kopf, ein Mensch!